Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Entweder oder…

Entweder habe ich mir grandios den Schnabel verbrannt, oder es passiert endlich etwas.

Ich hatte es ja schon ein paar mal erwähnt, dass bei uns in der Firma die Betriebssoftware ausgewechselt werden soll. Immerhin ist es schon mal keine SAP Software die uns ins Haus steht, aber Diese scheint auch ein wenig chaotisch zu sein. Aber wie auch immer, die Umsetzung der Einführung läuft mehr wie unglücklich. Das liegt zum Einen an der mangelnden Einweisung und zum Anderen an der Überforderung einiger Verantwortlicher.
Jedenfalls konnte ich mal wieder meinen Schnabel nicht halten und habe auf die Frage einer Person aus der Geschäftsführung, „wie es denn so gehen würde“, wahrheitsgemäß mit „schlecht“ geantwortet und habe damit erst Erstaunen und dann Neugierde ausgelöst. Bei dem anschließenden Gespräch (eine Stunde lang) kam dann heraus, dass die Geschäftsführung deutlich zu weit von der Basis entfernt ist. Denn man musste mir zustimmen, dass es doch wohl nicht sein könne, dass einige Leute jeden Tag eine „neue Sau“ durch die Firma treiben würden und auf der anderen Seite Leute, die in fünf Wochen ausschließlich mit der neuen Software arbeiten sollen, noch nicht ein einziges Mal die neue Software in Aktion gesehen haben. Geschweige denn, dass sie überhaupt über einen Rechner verfügen würden, mit dem sie dann arbeiten sollen. Darauf hin sind einige Gesichtszüge entgleist und nach dem Griff zum Telefon, der unsere Einkaufschefin zu unserem Gespräch hinzu zog, hat man meine Ausführungen in Großen und Ganzen bestätigt bekommen. Denn auch die Chefin des Einkaufs war, unabhängig von mir, dazu über gegangen sich selbst zu informieren. Das erste Ergebnis davon war dann, dass kurzfristig ein Meeting einberufen wurde.
Mit meinem direkten Vorgesetzten hatte ich zwar auch schon des öfteren darüber gesprochen, aber der ist anscheinend mit Helmut Kohl verwand, denn der sitzt auch lieber alles aus. Jedenfalls kam mir die Frage nach dem Befinden gut zu pass, denn eine solche Steilvorlage kann man sich eigentlich nicht entgehen lassen. Denn die Zeit bis zum Jahresende wird verdammt knapp und es sind noch sehr viel Dinge zu erledigen, bis die neue Software einigermaßen läuft und ich habe wenig Muße mich im Januar damit herum ärgern zu müssen, dass jetzt ein paar Leute nicht aus den Puschen gekommen sind.
Schauen wir mal, was morgen bei dem Meeting heraus kommt. Interessanterweise habe ich auch eine Einladung bekommen. Obwohl doch sonst nur die Abteilungsleiter anwesend sind. 😉

10 Kommentare

  1. Einerseits finde ich Deine Entscheidung, offen
    und konstruktiv Kritik zu üben, klasse! In den meisten Firmen läuft man leider Gefahr, damit als Querulant und Negativdenker abgestempelt zu werden. Also hält der Enduser meist die Klappe 🙁

    Andererseits überrascht mich die Reaktion Deiner Geschäftsführung. Sie gehen anscheinend tatsächlich auf die Probleme ein und wollen Dich in die Entscheidungsfindung mit ein beziehen! Wow 🙂

    Hoffentlich kommt dabei was Positives bei raus, es liegt ja im eigenen Interesse der Firma.

  2. Wolf

    19. November 2008 at 19:01

    Das Meeting ist ja nun heute über die Bühne gegangen und es lief, bis auf ein paar Blockadeübungen einer Abteilungsleiterin, die generell nicht die rechte Lust hatte und es wohl auch nicht verkraften konnte, dass ich mit am Tisch sitzen würde, sehr gut. Jedenfalls sind wir uns einig geworden, dass schnellstmöglich etwas passieren muss, und ich hoffe für unsere IT-Abteilung, dass sie das Geforderte umsetzen können, denn sonst sehe ich ganz ganz schwarz.

  3. Die Frage ist, wer sich jetzt durch Dich in die Pfanne gehauen fühlt – denn irgendwer muss doch das Chaos, möglicherweise nur durch Unterlassen, verursacht haben. Der oder die könnte bei nächster Gelegenheit auf Rache sinnen – wenn Du nicht möglichst schnell das Gespräch suchst und klarmachst, dass es nicht persönlich gemeint war. Dass es bei Dir die Sorge um das Funktionieren der Arbeit war, verstehen solche Leute meist gar nicht.

  4. Wolf

    21. November 2008 at 17:56

    Och nöh, dazu ist das Betriebsklima viel zu gut. Es sehen ja auch viel Andere was läuft. Aber wie das so ist, ich sage mal nix, dass kann doch der dort machen, der weißt das viel besser und der ist auch in einer besseren Position.

  5. Wolf, mutig und richtig! Allerdings solltest du Eules Hinweis auf eine eventuelle Rache etwas ernster nehmen.

    Denn, offensichtlich scheint die Kommunikation innerhalb dieses „guten“ Betriebsklimas doch nicht so gut zu funktionieren, sonst hätten die „Oberern“ schon längst eingegriffen…

  6. Wolf

    22. November 2008 at 09:32

    Bei uns ist das etwas anders, hier wird davon ausgegangen, dass es auch ohne große Kontrolle von „oben“ geht. Es wird das Ziel angewiesen und dann geht man davon aus, dass es umgesetzt wird. Im übrigen klappt die Zusammenarbeit mit den „Angeschissenen“ eigentlich besser wie vor dem Meeting. Denn ich vermute mal, dass einige Leute bemerkt haben, dass ich ein wenig mehr von der Geschichte verstehe als man geahnt hat. Gestern zum Beispiel kam ein kleiner Hinweis von mir auf ein Verständnisproblem und kurz darauf waren etliche Leute mit der Problemlösung beschäftigt.
    Ich warte einfach mal ab wie es weiter geht. So wie es im Moment aussieht, werden wir am nächsten Samstag arbeiten und dabei die Altbestände in das System einpflegen.

  7. Dann mal auch aus dem Elm herzlichen Glühstrumpf. Die Firma ist wahrscheinlich nicht SO groß nehme ich an?

  8. Wolf

    23. November 2008 at 14:13

    Kommt darauf an, wie man groß definiert? Aber so alles in allem arbeiten bei uns so knapp 100 Leute.

  9. Die Frage nach der Größe der Firma wollte ich dir auch eben stellen. Bei knapp 100 Kollegen ist es klar, dass hier alle noch an einem Strang ziehen.

    Aber lass das Unternehmen mal „zulegen“, dann mutiert jeder Arbeitnehmer dort nur noch zu einer Personalnummer. Die einzige Möglichkeit dann etwas Aufmerksamkeit zu erheischen und damit dann auf sich aufmerksam zu machen, ist u.a. das von mir befürchtete Verhalten. Dann gehen die Beißereien und Hackereien los, verbreiten sich über den Flurfunk in Windeseile…

  10. Wolf

    24. November 2008 at 18:29

    ……..das ist der Vorteil, wenn man im „wilden Osten“ arbeitet, Da ist das Mit- und Umeinander doch noch ein wenig anders als im Westen.

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