Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Finsterstes Mittelalter

Wenn man eine Gleichstellungsbeauftragte entlässt, weil sie ihren Job macht, dann erschließt sich mir das nicht.

Vergangenen Monat wurde unser Gleichstellungsbeauftragte entlassen, weil sie auch offene Ohren für die Probleme der Männer hatte. Dies gefiel wohl einigen Leuten nicht besonders, vor allen Dingen wohl und im Besonderen den Männer im Rat.
Sicherlich ist sie mit einigen Aktionen über das Ziel hinaus geschossen, aber der Denkansatz war vollkommen richtig. Es wird immer noch gerne kolportiert, dass die Männer das starke Geschlecht sind und die Frauen die Unterdrückten. Sicherlich ist das in weiten Teilen richtig. Aber genauso richtig ist es, dass die Männer in der deutschen Gesellschaft in vielen Gebieten benachteiligt sind und genau gegen diese Ungleichbehandlung beider Seiten hat sie gekämpft und dies ist ihr letztendlich zum Verhältnis geworden und hat sie ihren Job gekostet.

Bezugnehmend auf einen Beitrag der Süddeutschen Zeitung und der Goslarschen Zeitung

Nachtrag: Heute auf Telepolis ein interessanter mit vielen Links zu Hintergrundinformationen…absolut sehenswert.

Noch ein Nachtrag: Das Thema scheint immer noch nicht durch zu sein und auch lokale Politiker sind scheinbar immer noch damit beschäftigt ihr Tun zu rechtfertigen. Zeit online: Hexenverbrennung

9 Kommentare

  1. du wirst es nicht glauben, selbst im tiefsten Schwabenland war es unserer Provinzzeitung einen Artikel wert. Es löste auch hier kopfschütteln aus.

    • Wolf

      19. Mai 2011 at 15:44

      Och, das Stäubchen lebt auch noch. 🙂

      Ja, die Geschichte hat ein ziemlichen Medienecho erfahren. Wieder mal kein Ruhmesblatt für Goslar. Damals war man so stolz darauf, dass man wirklich eine Gleichstellungsbeauftragte hatte und nun schickt man sie in die Wüste.

  2. Ich finde es sogar sehr wichtig, dass gegen die Ungleichbehandlung beider Seiten gekämpft wird und da ist es schon tragisch, wenn dies so geschehen ist. Ich kenne die Geschichte nicht, aber was du dazu geschrieben hast, gibt mir genug Bild, um das sagen zu können. Schade.

    • Wolf

      19. Mai 2011 at 15:48

      Sicherlich hatte sie ihre Ecken und Kanten und sicher ist sie ab und an mit ihren Aktionen vielleicht ein klein wenig zu laut gewesen. Aber genau so jemand braucht man auf solch einem Posten. Und ich persönlich fand es richtig und gut, dass sie sich für die Belange der Männer stark gemacht hat. Es ist zu befürchten, dass das in Zukunft wieder im Dunkeln verschwinden wird. Man wird eine weich gespülte und angepasste Person auf den Posten setzen.

  3. Wolf

    19. Mai 2011 at 15:54

    Heute war übrigens noch eine Nachlese den Ratssitzung in der Zeitung. Da wurde dann mal genau aufgelistet wer wie abgestimmt hat. Mal schauen ob ich es noch aus dem Gedächtnis zusammen bringe.
    Die Genossen und die „Gelb/Blauen“ haben geschlossen für die Abwahl des SPD Mitglieds Ebeling gestimmt. Bei den Schwarzen haben alle Männer für den Verbleib gestimmt, die Frauen dagegen und bei den beiden anderen kleinen Parteien war man sich nicht recht einig, teils ja…teils nein.

  4. jupp ich lebe noch..

    ich find das ganze allmählich beängstigend, denn wenn ich die Jungs in den Klassen meiner Mädels sehe, kommt mir so der Gedanke, dass die dringend eine Gleichstellungsbeauftragte brauchen.

    • Wolf

      22. Mai 2011 at 08:02

      Natürlich bräuchten die Jungen und Männer von heute eine/n Gleichstellungsbeauftragten. Gerade in den Schulen ist das doch meiner Meinung nach ganz deutlich zu sehen. Zu meiner Zeit war das Verhältnis Frau zu Mann im Lehrkörper recht ausgeglichen, heute hat sich das aber recht deutlich verschoben. Bei Tochter in der Schule dürfte das Verhältnis 2/3 zu 1/3 zu Ungunsten der Männer liegen. Da fehlen den Jungen einfach die Bezugspersonen. Dazu kommt, dass nun die Wirkung der letzten zwanzig Jahre Frauenpolitik einsetzt, es gibt extrem viele Programme zur Emanzipation der Frau, leider hat man bei der ganzen Geschichte vergessen, dass durch ein erstarken der Frauenposition die Position der Männer teils dramatisch eingeschränkt wird. Nicht das man mich hier falsch versteht, es ist richtig, dass die Benachteiligung der Frauen aufhört, aber das darf nicht zu Lasten der Männer gehen. Man muss hier eine ausgeglichen Basis finde und das sehe ich im Moment noch nicht. Im Moment wird immer noch die Benachteiligung der Frauen beklagt und der männliche Teil der Bevölkerung wird in die Täterecke gestellt, wie leicht an der Brötchentütenaktion zu sehen ist.
      Das aber gerade die Männer vor dieser Entwicklung die Augen verschließen ist symptomatisch. Da stehen die Männer sich selbst im Weg, da kommt die Erziehung der Männer zum tragen…Männer sind stark und dürfen sich nicht beklagen.

      • Ja.. aber.. der Gleichstellungsbeauftragte müsste im Kindergarten anfangen. Wenn ich mir die Klassen so angucke.. Mädels und Jungs sind in den oberen Schulen (gymi und realsch)hälftig oder mehr mädels vertreten, in der Bw Werksrealschule (neues Wort für Hauptschule) sind mehr Jungs… und wenn ich mir das so ansehe und auch mit den Lehrern rede… Wobei bei uns viele Herren sind und die Schule einen Sozialarbeiter (immerhin 50%) so landen die Jungen doppelt so häufig im Trainingsraum… bei der jüngeren war gerade mal 1 Mädchen im Trainingsraum….

        Erklärung nachreich… Du wirst einmal verwarnt… kriegst dann die gelbe Karte, solltest du dich dann immer noch nicht benehmen können, fliegst du raus und findest dich im Trainingsraum wieder. Wobei die Schule bzw. die Maßnahmen der Schule sind streng und ziehen sehr früh. Du vergisst 3x die Hausaufgaben? – Deine Eltern sind sofort in der Schule- Elternbrief. Es gibt Lernwerkstätten, betreutes Lernen und Spass AGs. …. eigentlich eine Schule wie sie sein sollte..

  5. Wolf

    22. Mai 2011 at 13:27

    Ich weiß das alles und klar sollte die Gleichstellung schon im Kindergarten beginnen. Aber Du siehst doch an dem Beispiel Goslar, dass eine wirkliche Arbeit zur Gleichstellung nicht gefragt ist…im Gegenteil, sie ist sogar unerwünscht. Da wird noch viel Zeit und Arbeit von Nöten sein, dass einige Leute da die „rosarote Brille“ abnehmen.

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