Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Noch mehr Streik

„Die gegenwärtige Auseinandersetzung kann für die Kultur und die Stärke der Gewerkschaft Konsequenzen haben“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, der „Berliner Zeitung“.

Nun, was erwartet der Mann denn? Der Rückhalt der Streikenden in der Bevölkerung dürfte doch mittlerweile gegen Null tendieren. Ich kann hier ja nur von mir sprechen, aber viele Bürger dürften das doch ähnlich sehen.
Wenn in Bereichen wie Krankenhäuser, oder den Straßenmeistereien bei Glatteis gestreikt wird, dann entzieht sich das meinen Verständnis. Denn das trifft nicht die Komunen sondern die Bürger, die dadurch Nachteile erfahren. Es ist dem Bürger ja überhaupt nicht möglich Druck auf die Komunen auszuüben. Wozu soll der Streik also dienen, wenn nicht der Machtdemonstrtion der Gewerkschaftsfunktionäre und sorry, die Komunen fahren meiner Meinung nach einen viel zu großen „Schmusekurs“. Wenn sie es wirklich wollten, würde der Streik ziemlich schnell ins Leere laufen. Wie kann es angehen, dass man es zuläßt, dass die Zufahrten zu Müllverbrennungsanlagen blokiert werden? Das ist nach meinem Rechtsverständnis ein klarer Fall von Haus- bzw. Landfriedensbruch.
Ich sehe das beinahe so, dass der Streik den Komunen ganz gelegen kommt. Denn in Zeiten knapper Kassen, spart man eine Menge an Lohnkosten. Denn man könnte ja auch dahergehen, und sich aus dem Reservoir der Arbeitsagenturen bedienen und Arbeitslose mit Zeitarbeitsverträgen ausstatten und die dann auf die Tour schicken. Selbst wenn das vom rechtlichen Standpunkt nicht ginge, dann könnte man immernoch verstärkt auf private Unternehmen zurückgreifen. Dann wäre der Spuk ziemlich schnell vorüber. Denn wenn die Streikenden Angst um ihren Arbeitsplatz haben müßten, dann würden viele ihre Position mit Sicherheit neu überdenken. Wobei ich eh das Gefühl habe, dass die Streikenden einer „Gehirnwäsche“ unterzogen wurden. Denn anders kann ich mir nicht erklären, dass Streikende aus Nord und Süd die gleichen hohlen Phrasen in die Mikrofone der Medien brabbeln.
Die Verhandlungspartner sollen sich hinsetzen und endlich einen Konsenz finden. So schwierig kann das ja wohl nicht sein. Man muß nur mal auf beiden Seiten die Blockadepolitik aufgeben. Es kann doch wohl nicht so schwierig sein über den eigenen Schatten zu springen.
Was ist das so schlimm daran ein wenig länger zu arbeiten? So gehe man doch hin und sage „OK, wir arbeiten länger, aber ihr bezahlt die Stunden“. Die Arbeiter können mit ihrer Freizeit eh nichts anfangen wenn sie kein Geld haben und ein klein wenig mehr Geld in der Tasche würde vielleicht sogar der Wirtschaft zu gute kommen.

6 Kommentare

  1. Der Streik wäre schon längst zu Ende, wenn die Arbeitgeber (sprich die Bundesländer) endlich den Gewerkschaften entgegen kommen würden.
    Den Angestellten geht es doch gar nicht um die paar Minuten Mehrarbeit, ihnen geht es darum, dass ihre Arbeitsplätze sicher sind und das von den Geld was sie bekommen ihre Familien ernähren können.
    Demnächst könnte, nebenbei gesagt, auch bei uns gestreikt werden. Und hier geht es nicht nur um die Mehrarbeit sondern auch um weniger Geld, was die Angestellten im öffentlichen Dienst bekommen.

  2. Eines steht fest, mit dem Streik sichern sie ihre Arbeitsplätz mit Sicherheit nicht. Der fördert nur die Privatisierung der komunalen Bereiche.

  3. Streiken sie aber nicht, so sichern sie ihre Arbeitsplätze erst recht nicht.

  4. Ich muss Doerfler zustimmen. Bei derartigen Grundsatzproblemen muss der heutige Egoismus der Nichtbetroffenen mal zurückstehen. Das Vorurteil "denen im öffentlichen Dienst geht´s doch gut" hat sich in Luft aufgelöst. Diverse tarifliche Nullrunden und dann wieder zurück in die Steinzeit.
    Hintergrund der Arbeitgeber ist ja nur die Einsparung von Arbeitsplätzen…
    Morgen streikt z. B. meine Hausarztpraxis, kann ich mit leben -liege ja nicht im sterben 😉

  5. Ich habe ja auch nirgends gesagt, dass es den Beschäftigten gut geht. Im Gegenteil, ich habe geschrieben, dass sie zwar auf der einen Seite mehr arbeiten sollen, aber auf der anderen Seite die Arbeitgeber die Zeit bezahlen sollen.

  6. Egal aus welchem Grund gestreikt wird – Streik ist für mich immer ein Verhärten der Fronten. Und führt niemals zum gewünschten Ziel.
    Was ich z.B. aus Heidelberg gelesen habe – da wurde bei Dauerschneefall nicht geräumt, worauf die Exekutive mit Brachialgewalt die Garagen geöffnet hat und freiwillige Helfer den Strassenräumdienst übernahmen mit den vorhandenen Fahrzeugen….. Das ging ja wohl mehr als einen Schritt zu weit, wenn die öffentliche Sicherheit drunter leidet.

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