Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Politik im Kleinen ganz groß.

Wo sich doch der Doerfler gerade darüber echauviert, dass man sich wieder in Berlin streitet, wer denn gerade die Bürger belügt, ist mir ein Artikel aus unserer Tageszeitung eingefallen.
Es geht darum, dass unser Damen und Herren des Rates im Planungs- und Bauausschuss der Stadt Goslar ein Projekt abgeschlossen haben, worüber in den letzten 20 Jahren erbittert gestritten wurde. Vor nun mehr über 20 Jahren kam man zu dem Schluß, dass die Hauptstraße die durch unseren Stadtteil führt, da wo sie bisher war, fehl am Platze ist. Nun, so eine Hauptstrasse hat ja nicht nur den Sinn, dass Autos auf ihr fahren können, so nebenbei haben sich ja auch Geschäfte an ihr angesiedelt. Immerhin gibt es die Straße ja schon ein paar hundert Jahre an diesem Ort. Jedenfall war man der Meinung, die Straße müsse verlegt werden um den Bürgern eine bessere Lebensqualität und sauberer Luft zu bescheren. Macht natürlich Sinn, allerdings fanden das die Bürger und Geschäftsleute garnicht so witzig. Denn keine Autos = weniger Kunden. Das Thema Luftverbesserung ist natürlich auch so ein Ding. Denn es ist ziemlich unwahrscheinlcih, dass sich die Luft verbessert, wenn man die Straße nur um ca 100 Meter zur Seite verschiebt. Dazu wäre noch gekommen, dass unser Promenade, die entlang der Oker führt, für die Straße hätte geopfert werden müssen.
Aber wie auch immer, das Projekt wurde nun nach 20 jähriger Planungphase beerdigt. Interessant ist in dem Zusammenhang die Antwort der SPD-Ratsfrau Renate Lucksch auf eine Anfrage des Herrn Rüdiger Wohltmann (Goslarer Linke), wie es denn zu den plötzlichen Sinneswandel gekommen wäre. Frau Lucksch antwortete knapp, aber präzise mit „Know-how-Zuwachs“.
Nun, ich wäre wahrscheinlich aus der Kiepe gehuckt, aber diese Antwort begründet sich wohl in Animositäten zwischen den Beiden. Denn Herr Wohltmann ist bis vor kurzen ein angesehenes Mitglied der SPD gewesen. Der wahre Grund für die Einstellung der Planung ist aber weder „Know-how-Zuwachs“ noch ein Einsehen der Fehler, der wahre Grund ist viel profaner, es ist wie so oft das liebe Geld. Man hat nämlich eingesehen, dass die ganze Geschichte nicht zu bezahlen wäre.
Und nun kommen wir zu dem Fazit und warum mich ein Kommentar beim Doerfler wieder an diese Begebenheit erinnert hat, „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“

1 Kommentar

  1. Gleiches wird in unserer Kreisstadt seit nunmehr 15 Jahren praktiziert. Erst wurde eine große Umgehungsstraße gebaut.
    Als dann aber immer noch zu viele Menschen, den Weg in die Innenstadt fanden. Wurde aus dieser zum Teil eine 30-Zone und die innerstädtischen Parkplätze verschwanden. Dann wurde neue Vorfahrtsregeln geschaffen und eine Straße nach der anderen umgebaut.
    So nun fährt kaum noch einer in die Stadt zum Einkaufen, aber dafür ist Fußgängerzone, die für viel Geld neugestaltet wurde fast tot.
    Unser Baudezernent, der will sich bei uns verewigen.
    Alles was er angepackt hat, war eigentlich zum Schaden der Stadt, anders kann man es nicht sagen.
    Demnächst soll ebenfalls eine schöne alte Straße, mit alten Bäumen beidseitig am Straßenrand, komplett umgebaut werden. Bäume weg und Straße anders. Das damit einer der schönsten Straßen verschandelt wird, interessiert keinen.

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