Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Schlechter Stil

Anscheinend ist die deutsche Sprache doch schwieriger als ich gedacht habe. Oder ist das eine Entwicklung die ich verschlafen habe?
Da lese ich eben auf der Website von n-tv die neusten Nachrichten und stolpere über eine Überschrift, wo sich mir die Nackenhaare aufstellen.

Notwendiges wird gekauft
Verbraucher werden mutiger

Woraus schließt man denn, dass die Verbraucher mutiger werden wenn der erste Teil der Überschrift „Notwendiges wird gekauft“ heißt? Wenn ich etwas wirklich brauche, dann ist dies notwendig und ich muß es kaufen ob ich will oder nicht. Wenn meine einzige Hose zerrissen ist, dann muß ich mir eine Neue kaufen. Ob ich mutig bin oder nicht.
Genau so einen Fauxpas hat sich heute die Goslarsche Zeitung geliefert. Eine Bericht in der Printausgabe über die Bombenexplosionen in Dahab titelte sinngemäß.

Bombenexlosionen in Dahab auf dem Sinai
Ein deutscher Junge tot.

Ja sorry, wo sind denn die anderen Opfer abgeblieben? Zumindestens in der Überschrift tauchen sie nicht auf.
Liebe Journalisten, erinnert Euch doch bitte mal an das, was ihr mal gelernt habt. Das Niveau in den deutschen Medien wird nach meiner Meinung leider immer schlechter. Ich würde mir wünschen, dass über das was geschrieben wird, und über das wie geschrieben wird des öfteren besser nachgedacht wird.
Da wird mitleidig über die Blogger gelächelt, aber man ist teilweisse nicht viel besser. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“. Aber solche Erkenntnisse sind anscheinend auch verschütt gegangen.

5 Kommentare

  1. Solche Fragen stell ich mir auch immer wieder gern, wenn es da heißt es kamen X menschen und 5 Soldaten ums Leben
    die aussage das wir mutiger beim einkaufen werden kann man ja stehen lassen denn mutig sind wir alle wenn wir bei den preisen heute etwas kaufen, sofern wir können 🙁

  2. Zu den Notwendigen Dingen im Leben gehören auch Lebensmittel. Haben wir in den letzten Jahren darauf verzichtet?
    In der Überschrift fehlt an erster Stelle ein "Nicht" und das hängt mit der kommenden Mehrwertsteuererhöhung zusammen.
    Was das andere angeht, so etwas halte ich einfach für Niveaulos. Eigentlich gehört es sich zu sagen, dass unter den Toten so und soviele Opfer aus Deutschland oder anderen Ländern waren. Das ist im Satzbau eigentlich immer machbar, als Einfügung zum Beispiel.
    Aber vielleicht saß ein Praktikant an der Überschrift.

  3. Solche niveaulose Artikel finde ich aber in letzter Zeit vermehrt. Übrigens nicht nur in der Printmedien. Was im Fernsehen teilweise für ein Unfug zusammen geredet wird, dass ist auch nicht fein. Oder achte ich nur mehr darauf, seit ich im weitesten Sinne ja auch journalistisch tätig bin. Ich schreibe ja schließlich in meine Weblog auch für die Öffentlichkeit. 😀

  4. Interessant! Interessant! Gerade vorhin habe ich auch bei mir ’n Posting zur "Anschaffungsneigung" reingestellt. 😀

  5. @wolf: Das kann schon sein, dass Du da jetzt mehr drauf achtest.
    Aber ich will schon meinen, dass sich diese Fälle immer mehr häufen.
    Denn die Schlagzeile muss stimmen, aber die Redaktion muss so schnell wie möglich ihre Beiträge draussen haben, denn sonst sind die anderen schneller.
    Und da fällt die eigentliche journalistische Arbeit flach. Denn eigentlich sollten Journalisten auch beim Schreiben nachdenken und nicht nur eine Pressemeldung abtippen.
    Das Nachdenken ist nicht nur die Aufgabe des Chefredakteurs, welcher den Leitartikel schreibt, dass ist Aufgabe eines jeden. Doch leider können die meisten dem nicht mehr gerecht werden.

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