Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Irgendwie geht das zu weit.

Man kann ja unterschiedlichster Meinung darüber sein, ob man den bayrischen „Teddybär“ abschießen oder einfangen sollte. Aber jetzt die bayrische Landesjägerschaft mit Telefonaten und eMail zu überfluten und den Jägern mit dem Tod drohen, dass geht eindeutig zu weit.
Nüchtern betrachtet, ist das Ganze von den Medien ungeheuer aufgebauscht worden. Sowohl von der einen- wie von der anderen Seite. Wer sich ein wenig in der Gegend auskennt, wird es für ziemlich unwahrscheinlich halten, dass alle Sichtungen stimmen können. Die Orte liegen teilweise so weit auseinander, dass der Bär schon per Anhalter unterwegs gewesen sein müßte. Ob auch alle Opfer tatsächlich von diesem Bär „gemeuchelt“ worden sind, ist in meinen Augen auch nicht bewiesen. Ein paar Bärenspuren sind schnell in den weichen Boden gedrückt. Aber egal, unabhängig von der ganzen undurchsichtigen Geschichte, der Bär sollte doch wohl eh zum „Bettvorleger“ werden, das dürfte doch wohl klar sein. Sicherlich hat man versucht ihn einzufangen, ob man dabei aber die volle der Unterstützung gehabt hat, ist in meinen Augen zweifelhaft. Der schnelle Abschuß bestätigt das für mich nur noch. Vermutlich habe die Einheimischen ziemlich genau gewußt wo sich der Bär aufhält. Denn anders ist es kaum zu erklären, wie der schnelle Abschuß zustande gekommen ist. Zumal man ja wohl nicht auf Fasanenjagt gewesen ist und Meister Petz mit Vogelschrot niedergestreckt hat. Man ist ja wohl ganz gezielt auf Bärenjagt gewesen und bei so viel Waidmannsheil werde ich immer ein wenig skeptisch.
Zumindestens sollte man sich nun schleunigst klar darüber werden, wie man mit den nächsten Bären verfahren will. Denn eines dürfte doch sicher sein, es ist nicht die Frage ob sondern wann der nächste Bär in Bayern auftauchen wird. Allerdings wage ich es zu bezweifeln, dass sich unsere Politiker bis dahin geeinigt haben. Außerdem sollte schleunigst ein Umdenken bei den Medien einsetzen damit diese unsägliche Quotenjagt um jeden Preis aufhört. Ein wenig guter Jornalismus könnte den Medien nicht schaden.
Andererseits sollte das Umdenken auch bei den Bürgern einsetzen, denn nicht alles was in den Medien verbreitet wird, entspricht der Wahrheit. Das Einschalten dessen, was sich im Normalfall genau zwischen den Ohren befindet, könnte den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland allerdings eh nicht schaden.

1 Kommentar

  1. Dieses viel zu gute Abschußglück, dass stimmt mich auch etwas nachdenklich.
    Vorher hat ihn niemand betäuben, geschweige denn fangen können und kaum ist er zum Abschuß freigegeben, wird er erschossen.
    Doch damit ist das Problem nicht gelöst, wollen wir in Zukunft alle anderen Bären auch erschießen oder wenn wir sie erwischen sollten in ein Gehege stecken?
    Über kurz oder lang müssen wir uns mit der Natur arrangieren und dazu gehört auch die Duldung von Raubtieren.
    Gehandelt werden sollte erst, wenn diese die Scheu vor dem Menschen verlieren, denn dann werden sie zu einer Gefahr.
    Aber dies können die Menschen wiederum verhindern.
    Dann müssen wir leider Gottes aber auch den Tod von einigen Schafen oder Hühnern in Kauf nehmen, die dann von diesen Tieren gerissen werden könnten.
    Das ist nun einmal so.
    Da es sich um einen Bären gehandelt hat, ruft alles zur Jagd. Wenn aber ein Marder oder ein Fuchs einen Hühnerstall überfällt, dann ist das doch auch die Normalität.
    Wie groß war denn überhaupt die Gefahr, dass er jemals einen Menschen angefallen hätte.
    Wenn dort in Bayern und in Tirol ein Bär rumrennt, wieviele Menschen bekommen den überhaupt zu Gesicht? Normalerweise flüchten diese Tiere doch sofort.
    Das einzige Problem was ich bei Bruno gesehen habe, dass er möglicherweise auch in Siedlungen einmarschiert ist und da besteht dann die Gefahr, dass er einen Menschen hätte anfallen können. Aber nicht von sich alleine aus, sondern aus Angst. Er hätte sich bedrängt gefühlt und hätte möglicherweise angegriffen.
    Diese Gefahr bestand durchaus und die Abwägung ist natürlich sehr schwierig, soll ich ihn jetzt erschiessen oder nicht.
    In Zukunft sollten wir vielleicht lieber an den Verstand der Menschen appelieren, wenn sie so ein Tier sehen, nicht in Panik verfallen und es vielleicht noch verjagen zu wollen.
    Und dann sollten sie auch nicht unbedingt Lebensmittel in die Natur werfen.
    So wie ich das vor einigen Wochen bei einer Wanderung erlebt hatte. Vor einer Wochenendhaussiedlung, war doch am Waldrand von mehreren Hausbesitzern ein Komposthaufen angelegt.
    Die brauchen sich dann auch nicht zu beschweren, wenn wir künftig Wildschweine im Garten haben.
    Wenn das passiert, rufen sie natürlich auch sofort den Jäger um Hilfe und wollen die Schweine abschießen lassen.
    Das sind aber auch, die heute ganz entsetzt reagieren und die Jäger beschimpfen.

Kommentare sind geschlossen.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.