Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Klassentreffen

Ich war gestern ein wenig Feiern, wir hatten Klassentreffen

LehrerEs war ein besonderes Klassentreffen, wir trafen uns das erste Mal nach der Schulentlassung und die liegt heuer immerhin schon 30 Jahre zurück. Auf einem Treffen, welches alle vier Jahre von der Schule für alle Ehemaligen ausgerichtet wird, traf sich eine kleine Gruppe und heckte ein Treffen der „Chaoten“ anlässlich der dreißigjährigen Schulentlassung aus. Im Winter diesen Jahres kam der erste Brief mit einer vorsichtigen Anfrage. Ich war ja zuerst skeptisch, aber als dann die Aussage kam, es hätten 20 Leute ihr Erscheinen fest zugesagt, war ich sehr angenehm überrascht.

Gestern war nun der große Tag, wir trafen uns auf dem Schulhof unser alten Schule und bis auf Vier waren alle Angemeldeten erschienen. Einer hatte sich noch wegen Arbeit entschuldigt, aber die restlichen Drei schwänzten unentschuldigt. Selbst Schuld kann ich da nur sagen, denn sie haben einen sehr sehr tollen Tag verpasst. Interessant anzusehen war, dass sich spontan Leute zusammen fanden, die früher kaum etwas miteinander zu tun hatten. Anscheinend stimmte die Chemie bei einigen auf Anhieb sodass sich interessante „Paarungen“ bildeten.
Zusammen mit zwei ehemalige Lehrern besichtigten wir unser alte „Wirkungsstätte“. Das ist ja wohl das klassische Vorgehen und interessant war es allemal zu sehen, was aus unser Schule geworden ist. Nach einer totalen Renovierung vor gut 10 Jahren sahen die Räume allerdings ganz anders aus. Einzig die alten Außentüren und das schmiedeeiserne Geländer der Treppen waren alte Bekannte. Wie sagte unser Konrektorin, die die Führung übernommen hatte…“ der Flair der Feuerzangenbowle ist verloren gegangen, und das ist auch gut so“. Dem ist nichts hinzu zu führen. Wer will den heute noch in eine Schule gehen, in der man ein Remake der Feuerzangenbowle drehen könnte. Aber trotz dem Umbau hat man es geschafft den Charakter der Schule zu erhalten.

Nach gut 1 1/2 Stunden sind wir dann zu gemütlichen Teil übergegangen. In einer nahe gelegene Gaststätte war für uns ein Platz reserviert und dort ging dann der Austausch der Neuigkeiten in eine neue Runde, bei Essen und Trinken wurde es schnell lustig. Interessant für mich war die Tatsache, dass gerade die, von denen man es damals am wenigsten erwartet hätte, die größten Entwicklungen gemacht haben.
Apropos Entwicklungen…manche waren schnell und eindeutig zu erkennen, aber bei Einigen war die äußere Veränderung so stark, dass man sie niemals wieder erkannt hätte. Die hätten mir auf der Straße begegnen können, ich hätte sie nicht erkannt. Das ist aber auch einfach zu erklären, die Ältesten und Jüngsten sind bald 3 Jahre auseinander und gerade in dem Alter um die 16 Jahre entwickelt man sich doch noch sehr stark.
Was das Begegnen angeht, so möchte ich mal sagen, dass gut die Hälfte der ehemalige Schüler noch in der Region leben. Es hätte also durchaus die Möglichkeit einer Begegnung bestanden. Der Rest ist über die gesamte Republik verstreut, da taucht München, Hamburg, Bremen, Hildesheim, Tübingen und Berlin in den Adressenlisten auf. Am späten Abend verlegten die verbliebenen 12 Personen das Treffen auf das Altstadtfest. Ich habe mich gegen 23:30 Uhr verabschiedet, kann mir denken, dass die Nacht noch lang wurde. 😉

Die Person auf dem Bild ist übrigens unser „alter“ Klassenlehrer. Er wird diese Jahr 70 Jahre alt, aber sicherlich nur auf dem Papier, im Kopf ist er höchstens halb so alt. Selten habe ich einen Mensch getroffen, der seinen Beruf so als Berufung angesehen hat wie er. Das kommt allerdings vermutlich aus seiner ganzen lebensbejahende Einstellung. Von solchen Menschen gibt es viel zu wenig, nicht nur als Mensch sondern ganz besonders als Lehrer. Wer wie wir Herr Blume kennen lernen durfte, der darf sich glücklich schätzen.

Jedenfalls haben wir beschlossen, dass wir nicht wieder dreißig Jahre vergehen lassen wollen bis wir wieder gemeinsam zusammentreffen. Das nächste Treffen ist für in drei Jahren auf der offiziellen Veranstaltung der Schule geplant und wir als Klassenverbund wollen uns in fünf Jahren wieder treffen. Schauen wir mal, ob es so kommt wie wir es gestern geplant haben. Vielleicht bekommen wir es ja auch hin, dass man sich zwischendurch im kleine Rahmen trifft. Wir haben jetzt die Adressen der Anderen und vielleicht ergibt sich da etwas.

Nachtrag:
Wie ich schon vermutet habe, haben die ganz Harten dann noch gemeinsam gefrühstückt und Schluss war erst bei Sonnenaufgang. Auch ein Zeichen dafür, dass es wirklich ein gutes Treffen war.
:mrgreen:

2 Kommentare

  1. Das war ja eine schöne Sache! Aber dass Ihr 30 Jahre gebraucht habt, um so was zu machen.
    Bei uns fand das alle 10 Jahre statt, und ich habe mich nicht immer dafür interessiert. Erst in letzter Zeit komme ich wieder mit den alten Klassenkameradinnen in Kontakt. Vielleicht schreibe ich auch mal darüber. So interessant wie bei Dir ist es nicht.

    • Wolf

      23. September 2009 at 16:59

      Tja Du, dass mit den dreißig Jahren fragen wir uns auch alle. :nixweiss: Aber mal schauen wie viel Zeit nun bis zum nächsten Treffen vergeht.
      Am niedlichsten fand ich eine Mail von jemanden der nicht dabei sein konnte…. „Betreff: Von Einer, die nicht dabei sein konnte…“

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