Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Neue deutsche Elite???

Gestern war ein Bericht in den lokalen Medien über das katastrophale Abschneiden von Studenten in Mathematikklausuren.

Die „Neue Elite“ hat sich zum Abschluß des ersten Semesters im Studiengang Elektro-Technik in der Mathe-Klausur an der TU-Braunschweig einen herben Aussetzer geleistet. 80%, in Worten „achtzig Prozent“, der Teilnehmer sind durchgefallen…..
Nach Aussage des zuständigen Professors , Karl-Joachim Wirths, war es der normale Stoff des Fachbereiches. Es handelte sich um Analysis und lineare Algebra. Die meisten der Durchgefallenen sind bei der „Kurvendiskussion“ gescheitert. Bisher lag die Durchfallquote immer so bei 45%, diesmal sind fast alle durchgerauscht. Das scheint aber kein Einzelfall zu sein, denn auch ein weiterer Professor schlägt Alarm. In Vorbereitungskursen für elementare Mathematik haben 300 von 1000 Studenten mit Null Punkte abgeschlossen.
Ähnliche Ergebnisse meldet die TU-Clausthal, in der ersten wichtigen Klausur in BWL fielen zwei Drittel der Teilnehmer durch. Sie haben aber Glück, denn an der TU-Clausthal kann man diese Klausur beliebig oft wiederholen.
Karl-Joachim Wirths sieht die Gründe für das Versagen in einer unzureichenden Basis. Die Schulen würden nicht mehr ausreichend auf das Studium vorbereiten. Einen weiteren Grund für das Versagen sieht er in der flächendeckenden Einführung von modernen graphikfähigen Taschenrechnern. Diese würden den Matheunterricht an den Gymnasien verderben. Diese Rechner sind eingeführt worden, um Mathe nach vorn zu bringen. „Das ist aber schrecklich gescheitert. Unsere Studenten können nicht mehr mit der Hand rechnen“, so ein Kollege Wirths. Das Pikante an der Geschichte ist nur, dass sowohl Wirths wie auch sein Kollege Sonar zu dem Expertenkreis gehörten, die seinerzeit die Einführung der Rechner vorangetrieben haben.

2 Kommentare

  1. Warum wundert mich das nicht wirklich? Ich habe einmal mit einer angehenden Volksschullehrerin im letzten Studiensemester zusammengearbeitet. Das Mädl hat sich durch Kellnerieren etwas dazu verdient, war aber nicht fähig, mehr als 3 Positionen ohne Zuhilfenahme eines Taschenrechners zusammenzurechnen. Bemerkt hab ich das zufällig, als mal bei einem kurzfristigen Stromausfall die Bonierkasse nicht benutzt werden konnte. Und so etwas wird dann auf die Schulanfänger losgelassen!

  2. Die gute alte „Kurvendiskussion“, lang, lang ist es her….:-)

    Zu meiner Schulzeit wurde die Nutzung von Taschenrechnern erstmals in der Oberstufe eingeführt.
    Das waren noch „normale“ Rechner, zwar schon mit weiter gehenden Funktionen, aber ohne Grafik.

    Zuerst dachten wir auch „Jetzt wird alles einfach“, aber pustekuchen.

    Wenn man die Lösungsmethode nicht verstanden hatte, nützte einem auch der beste Taschenrechner rein gar nichts 🙁 Er war nur der reine „Rechenknecht“, den Weg mussten wir uns selbst erarbeiten.

    Ich weiss zwar nicht, was diese grafikfähigen Rechner alles können, aber ohne Grundkenntnisse der Thematik dürften auch sie nicht auskommen.

    Aber für Studenten an einer TU ist solch ein Ergebniss schon ein grosses Armutszeugniss.

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