Notizen aus der Provinz

"Think different"....eigene Gedanken um dies und das

Risiko bei der Übernahme von fremden Texten im Internet

Gerade einen interessanten Artikel auf Silicon.de gelesen. Dort geht es zwar primär um die Gefahr die entsteht, wenn Firmen Artikel aus Medien übernehmen um sie auf der eigenen Wegseite in einem Pressespiegel zu veröffentlichen. Denn vielfach wird sich hierbei der Gefahr einer Abmahnung ausgesetzt. Die vielfach herangezogen gesetzlichen Regelungen greifen in der Regel nämlich nicht. Die Aussagen im Artikel kann man aber meiner Meinung nach, auch ohne Probleme auf Foren und Weblogs übertragen.

Zeitungsartikel sind grundsätzlich urheberrechtlich geschützt, das heißt allein der Urheber kann bestimmen, wem er Nutzungs- und Verwertungsrechte an seinem Werk einräumt. Dabei ist es nicht etwa so, dass jemand, der einen Artikel ins Internet einstellt, gleichzeitig die Erlaubnis für jedermann erteilt, diesen Artikel ebenfalls auf seiner Seite einzustellen.

Das ist genau das, was ich schon seit langer Zeit versuche den Leuten in meinem Umfeld klar zu machen. Nicht alles, was im Internet zu finden ist, kann man „mitnehmen“ und einfach weiter nutzen. Auch die weitläufige Meinung, wenn es nicht explezit mit einem Rechtevorbehalt versehen ist, kann man es nutzen, ist falsch. Im Gegenteil, es wird immer mehr darüber gewacht, dass die eigenen Rechte gewahrt bleiben.
Auch die Begründung mit dem freien Zitatrecht zieht bei vielen „Zweitveröffentlichunge“ nicht. Denn wie man in vielen Foren sehen kann, ist den meisten Leuten überhaupt nicht bewußt, was im Zitatrecht steht und was ein Zitat überhaupt als solches definiert.

Nach § 51 UrhG ist eine Vervielfältigung einzelner Werke im gebotenen Umfang zulässig, wenn „Stellen eines Werkes … nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden“. Zusammengefasst bedeutet dies, dass ein Zitat nur vorliegt, wenn auf das zitierte Werk in einem eigenständigen neuen Werk Bezug genommen wird. Darüber hinaus muss auch ein so genannter Zitatzweck vorliegen, dass heißt das jeweilige Werk muss sich mit dem Zitierten auseinandersetzen, darf also nicht bloß das Zitat zum Inhalt haben.

In vielen Foren oder Weblogs kann man die Fehler betrachten. Es werden ganze Artikel oder längere Auszüge übernommen und dann zwar als Zitat gekennzeichnet und vielleicht sogar mit einem Link zu Quelle versehen. Aber die Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Textes fehlt sehr oft. Dies bedeutet dann aber im Umkehrschluß, dass der veröffentlichte Text garkein Zitat im Sinne des Gesetzes ist und dass die Veröffentlichung unter Umständen ein Verstoß gegen das Urheberrecht darstellt.

Alle Zitat entstammen einem Artikel auf Silicon.de

5 Kommentare

  1. Content-Klau nennt man sowas.
    Deshalb sollte auch jeder noch etwas zu dem angegeben Zitat schreiben.

  2. Beim Zitieren braucht man einfach Hausverstand, denk ich. ein Zitat mit Quellenangabe kann sehr brauchbar sein, um die eigene Meinung zu untermauern oder eben einen Gegenpol dazu zu setzen. Offizielle PR-Berichte sind meist völlig frei zur Veröffentlichung (inklusive der zur Verfügung gestellten Bilder). Aber auch hier sollte man sich vorher die Angaben auf dem entsprechenden Presseportal durchlesen.

    Ich habe in meinem Bekanntenkreis sehr viele Lehrer. Die meisten nutzen das Internet, um sich ihre Unterlagen vorzubereiten. Grundsätzlich ja gut. Das Erschreckende daran: sie übernehmen einfach und stellen patchworkartig ihre Unterlagen zusammen. Egal, von wo der Inhalt kommt. Mit der Aussage: wer sieht schon meine Vorträge? Quellenangabe? Wozu? Geht ja gar nicht – kann doch meinen Schülern nicht sagen, dass der Inhalt nicht von mir ist….
    🙁

  3. Nun gut, Schulen sind so ein Sonderfall. Da darf schon ein wenig mehr kopiert werden. Aber ein schlechter Stil ist es auf jedenfall. Aber wahrscheinlich spielt da die Angst mit, dass das Gebäude der Allwissenheit einstürzen könnte.

  4. Du hast mich jetzt doch wegen meines Stern-Zitates auf meiner neuen Website etwas verunsichert. Aber ich denke, es ist in Ordnung so.
    Auf jeden Fall: Gut, ein wenig mehr über Zitatrecht und andere Fallstricke zu wissen.
    Ansonsten: Nachdem ich mir Firefox runtergeladen habe, bin ich auf Deine Seite gestoßen und habe mich festgelesen. Einfach TOP!
    Du hast ´nen neuen Fan im Norden ;-))
    VG Holger

  5. Schön einen neuen Lese Begrüßen zu dürfen. Aber nicht überbewerten und als unfehlbar ansehen. Ich behaute ja nicht von mir, dass ich der Allwissende bin. Ich habe nur sehr viel darüber gelesen, damit ich möglichst nicht über einen Strick falle und Post von einem „Abmahnhai“ im Briefkasten habe.
    Deine Seite habe ich mir angeschaut. Ich werde mir mal erlauben Dir meine Meinung und einige Anregungen in einer Mail zu kommen zu lassen.

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